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Chalet in den Bergen
Idylle inmitten des Mont-Blanc-Massivs

Die Lage war das Entscheidende! Als der Unternehmer das an einem Steilhang von Chamonix-Mont-Blanc gelegene Haus kaufte, war es stark sanierungsbedürftig. In den letzten Jahren war es kaum bewohnt gewesen und die letzte größere Renovierung hatte bereits 45 Jahre zurückgelegen.

Die meisten Ferien- und Wochenendhäuser in Chamonix-Mont-Blanc, meist kurz Chamonix genannt, sind wegen des harten und schneereichen Winters im Winter kaum bewohnbar, sie sind weder isoliert noch mit einer Zentralheizung ausgestattet. Chamonix ist ein Skiort und das Zentrum des Alpinismus in Frankreich. Die Gemeinde liegt im Chamonix-Tal im Département Haute-Savoie in der Region Rhône-Alpes. Zahlreiche hohe Berge umgeben die Hochgebirgsstadt: Direkt im Süden überragt der Mont Blanc, von dem der Glacier des Bossons nach Chamonix hinunterfließt, den Ort. Im Norden begrenzt das Naturschutzgebiet Aiguilles Rouges das Tal. Durch das Tal fließt auch die Arve, die sich bei Chamonix mit ihrem Zulauf l’Arveyron aus dem Mer de Glace vereinigt. Um das Haus ganzjährig zu nutzen, musste es kernsaniert werden, eine der harten Witterung angemessene Isolierung sollte als erster Schritt durchgeführt werden, mit dreifachverglasten Fenstern und einer Zusatzisolierung auf dem Dach.

Auch eine Wärmepumpe, die im Winter als Heizung und im Sommer als Klimaanlage nutzbar ist, sollte installiert werden. Hinzu kommt, dass die Gegend in einer Lawinenzone liegt und deshalb besondere bauliche Maßnahmen eingeleitet werden mussten, so zum Beispiel die statische Verstärkung der einzelnen Etagen, Fenster mit einem massiven Stahlkern und eine massive Verstärkung des Dachstuhls. Für alle Mühen und Kosten der Sanierung entschädigt das Chalet seine Bewohner mit einer grandiosen Aussicht auf den Ort, auf das Tal und die das Tal einschließenden Berge des Mont-Blanc-Massivs. Das Haus besteht aus drei Ebenen, wobei der Eingang im ersten Obergeschoss erschlossen wurde. Ein ehemals benachbarter Heuschuppen unmittelbar neben dem Eingang wurde zur Garage umfunktioniert. Insgesamt 160 Quadratmeter Wohnfläche und 60 Quadratmeter Nutzfläche verteilen sich auf drei Ebenen. Die Eingangsebene im ersten Obergeschoss ist in einen Raum und ein Tages-WC aufgeteilt.

»Man muss das Haus einfach lieben, die Gemütlichkeit, die Wärme im Winter, die Sonne im Sommer. Der Ausblick in die Berge lässt die Alltagssorgen vergessen.«

In diesem offenen Raum mit den bodengleichen, raumhohen Fenstern, die sich auf der gesamten Front öffnen lassen, richtete man den Wohn- und Essbereich sowie die offene Küche ein. Ein überdimensionierter, mitten im Raum stehender Kaminofen mit großer Feuerstelle sorgt mit loderndem Feuer zusätzlich für behagliche Wärme und eine gemütliche Atmosphäre. Im Dachgeschoss sind die Schlafräume mit begehbaren Schränken, mit den Bädern und zwei separaten WCs untergebracht. Das massive Gebälk des offen gehaltenen Dachstuhls ist in jedem Raum des Dachgeschosses sichtbar und durch eine angenehm indirekte Beleuchtung gut akzentuiert. Einige großflächige Dachflächenfenster lassen das Haus hell und sonnig erstrahlen und geben den Blick auch vom Bett aus in die unendliche Weite frei. Viele in die Wand eingelassene beleuchtete Ablagenischen und die eingebauten Wandschränke bieten Stauraum und lassen das Ambiente aufgeräumt erscheinen. Die Ablagenischen finden sich auch in den Bädern. Die Bäder sind einschließlich der Wände mit Natursteinen gefliest, sonst sind alle Decken und Wände glatt gespachtelt und weiß gestrichen. Die Böden im Dachgeschoss und ersten Obergeschoss sind mit Landhausdielen ausgelegt.

Die Statik des Hauses musste auch vom Untergeschoss, der Gartenetage her, komplett neu aufgebaut werden. So musste das Haus mit statischem Stahlbeton aufwendig und umfangreich komplett unterfangen werden, um allen Eventualitäten der Lawinenzone zu trotzen. Eine Sauna mit Dusche, Keller- und Abstellräume sowie ein Technikraum sind die Einrichtungen des Untergeschosses. Die überwiegenden Materialien des Hauses sind Glas, Metall und das traditionelle Lärchenholz. Das Holz wurde ökologisch behandelt und außen gebeizt. Das minimalistisch und nur aufs Notwendige beschränkte, im skandinavischen Einrichtungsstil möblierte Haus drückt Wärme und Gemütlichkeit aus. Über die großen Panoramafenster streift der Blick weit in die Natur im Einklang mit dem Geist des Ortes.

Text | Jürgen Brandenburger